CSU überdenkt Cannabis-Verbot

von Redaktion

Neue Drogenbeauftragte Ludwig will Dialog über Lockerung starten

Berlin/Rosenheim – Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), zeigt sich offen für Gespräche über eine Teilfreigabe von Cannabis. Das Thema treibe viele Menschen um, sagte Ludwig bei der Präsentation des Drogen- und Suchtberichts 2019 in Berlin. Deswegen werde sie mit Befürwortern und Gegnern einer Teilfreigabe den Dialog suchen. Sie werde sich auch über die Erfahrungen Österreichs erkundigen, wo Kleinstmengen Cannabis für den Eigenbedarf mit einem speziellen Wert der Inhaltstoffe THC und CBD erlaubt sind.

Ludwig betonte, die gesellschaftliche Debatte entwickele sich weiter. Das müsse die Politik aufgreifen. „Ich glaube nicht, dass es so bleibt, wie es ist“, sagte sie, stellte aber klar: „Cannabis ist nicht nur ein Kraut, sondern kann auch gefährlich sein.“ Unter anderem müsse gefragt werden, was bei einer etwaigen Veränderung der Gesetzeslage für den Gesundheitsschutz von Jugendlichen getan werden könne. Zugleich bekräftigte die Rosenheimer Abgeordnete ihr „Nein“ zur Freigabe von Kleinstmengen bei harten Drogen wie Kokain oder Heroin. Eine solche Forderung sei „schlicht und ergreifend Blödsinn“, sagte sie.

Der Drogen- und Suchtbericht 2019 weist bei jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) und bei Erwachsenen einen neuerlichen Anstieg beim Cannabis-Konsum aus. Zudem hat sich der THC-Gehalt, der die psychotrope Wirkung von Cannabis anzeigt, weltweit stark erhöht.

Cannabis ist die lateinische Bezeichnung für Hanf. Haschisch und Marihuana sind Rauschmittel, die aus speziellen Hanfpflanzen mit einem hohen THC-Gehalt gewonnen werden.  epd

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