Bayern Magnet für Ostdeutsche

von Redaktion

Eine halbe Million Menschen wanderte seit dem Mauerfall netto zu

München – Seit der Wende verzeichnet Bayern einen Zuwanderungsgewinn von 475 000 Menschen aus den neuen Bundesländern. In den 30 Jahren seit dem Mauerfall 1989 zogen knapp 970 000 Menschen aus den fünf neuen Bundesländern in den Freistaat – umgekehrt wechselten rund 494 000 Menschen in diesem Zeitraum aus Bayern in den Osten. Das teilte das Landesamt für Statistik am Freitag mit.

Am höchsten war die Nettozuwanderung im Jahr der Wiedervereinigung 1990 mit 77 000 Menschen. 2016 drehte sich die Entwicklung – heute wechseln unterm Strich etwas mehr Menschen von Bayern in die Ostländer als umgekehrt.

Am Samstag jährt sich der Fall der Mauer zum 30. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums diskutierte der Bundestag am Freitag auch über den Zustand des vereinigten Deutschlands. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sprach sehr offen über Fehler bei der Ausgestaltung der Einheit. Man habe viel über Geld gesprochen, aber nicht die Brüche in den Biografien der Menschen in Ostdeutschland gesehen, „die sich komplett neu erfinden mussten“, sagte der CDU-Politiker. „Das war wirklich der große Fehler dieser Wiedervereinigung.“

Noch immer ist die Wahrnehmung des vereinten Deutschlands sehr unterschiedlich. 51 Prozent der Menschen im Westen beurteilen ihr Leben positiv, im Osten tun dies nur 38 Prozent der Menschen, wie aus einer repräsentativen Umfrage hervorgeht, die das US-Meinungsforschungsinstitut Gallup in Washington veröffentlichte. Als Gründe für die unterschiedliche Einschätzung nannte das Institut etwa Einkommensunterschiede.

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