Große Handy-Lücken in Zügen

von Redaktion

Messung: Netzbetreiber halten Vorgaben noch immer nicht ein

München – An den großen Bahn-Strecken in Bayern hakt es noch immer schwer mit dem Mobilfunk. Heute will Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) die Ergebnisse eigener Messungen des Staates vorlegen, um die Zusagen der Netzbetreiber zu überprüfen. Nach Informationen unserer Zeitung sind je nach Anbieter 10 bis 26 Prozent der Strecken unversorgt mit dem 4G-Standard.

Gemessen wurde an allen ICE-Strecken außerhalb der Züge. Die Telekom habe hier die höchsten Werte mit rund 90 Prozent Abdeckung, hieß es aus der Staatsregierung, deutlich schlechter seien Vodafone und Telefonica. In den Waggons ist die Netzversorgung teils noch instabiler.

Der 4G-Standard ermöglicht schnelleren Datenfluss. Bis Anfang 2020 müssen die Unternehmen eine vollständige Abdeckung aufbauen, „sofern dies rechtlich und tatsächlich möglich ist“. Bahnkunden in Bayern berichten über dauernde Funklöcher und häufige Abbrüche der Telefonate. Nach den bayerischen Daten gehört die Regionalstrecke von München nach Rosenheim zu den größten Problemfällen. Der S-Bahn-Bereich ist deutlich besser versorgt.

Die Zahlen decken sich mit Daten der Bundesnetzagentur, die im Sommer eine Abdeckung je nach Anbieter von nur 75 bis 95 Prozent diagnostizierte. An Bayerns Autobahnen hatte Aiwanger zudem im September Werte von 98 Prozent (Telekom), 93 (Vodafone) und 71 (Telefonica) bekannt gegeben. Er will nun von der Bahn den Einbau von Repeatern fordern. Zudem sollen diese Verstärker bei der Ausschreibung für bayerische Züge als Bedingung eingefordert werden, hieß es in München.  cd

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