München – Trotz des Handelsstreits zwischen den USA und China und eines nach wie vor ungelösten Brexits befinden sich die Börsen weltweit im Aufwind. Zwar konnte der Dax am Freitag nicht an seinen Erfolg von Anfang der Woche anknüpfen, als er sich mit 13 374 Punkten seinem bisherigen Allzeithoch von knapp 13 600 Zählern näherte. Börsenexperten sehen dennoch Luft nach oben: „Sofern der Brexit einigermaßen geräuschlos über die Bühne geht und Trump nicht doch noch einmal irgendwie dazwischen chießt, kann ich mir 16 000 Punkte durchaus vorstellen“, sagte Fondsmanager Jens Ehrhardt mit Blick auf das kommende Frühjahr.
Der Chef der DJE Kapital AG aus Pullach (Kreis München) begründete seinen Optimismus unter anderem mit der Geldschwemme der Notenbanken. „Weltweit sind die Aktienmärkte gedopt“, sagte Ehrhardt im Gespräch mit unserer Zeitung. In Deutschland wirke der niedrige Eurokurs für die Exportindustrie wie Doping. „So ketzerisch es klingen mag: Ohne Draghi an der EZB-Spitze hätten wir in Deutschland eine deutlich schlechtere Konjunktur gehabt“, sagte Ehrhardt.