München – Bayern steigt aus dem geplanten Nationalen Bildungsrat aus. „Wir helfen anderen gerne, aber es bringt nichts, wenn am Ende alle auf einem niedrigeren Stand sind“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der Nationale Bildungsrat sei „von Anfang an eine unglückliche Idee“ gewesen, sagte Söder. „Wir befürchten dadurch eine massive Verschlechterung des Bildungssystems in Bayern. Wir wollen unser hochwertiges bayerisches Abitur behalten und kein Zentralabitur aus Berlin.“ Auch Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) kündigte den Ausstieg an.
Den Nationalen Bildungsrat hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, er wird auch von Bundesbildungsminister Anja Karliczek (CDU) befürwortet. Der Rat soll aus Bildungsforschern bestehen, die sich um die unterschiedlichen Schulabschlüsse in den Ländern kümmern. Selbst um die Berufung der Experten gibt es Streit.
Mit Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (FW) ist die scharfe Gangart abgesprochen, wenn auch der Minister sanft korrigiert: „Den Bildungsrat gibt es ja noch gar nicht, insofern kann man auch nicht aussteigen.“ Bayerns Linie sei, die Vereinheitlichung von Schulabschlüssen „bei der Kultusministerkonferenz aufzusetzen“ und das von den 16 Bundesländern getragene Bildungsforschungs-Institut IQB auszubauen.
Die Opposition reagiert ablehnend: Die Schulexpertin der Landtags-Grünen, Gabriele Triebel, sagte: „Davonlaufen aus Angst ist immer ein Zeichen von Schwäche. Die CSU zweifelt offenbar an der eigenen Gestaltungskraft.“ Bei der Suche nach gemeinsamen Mindeststandards brauche man jetzt „einen Neustart“. dw/dpa