Ingolstadt – Der Autobauer Audi will sich mit einem massiven Stellenabbau und weiteren Sparmaßnahmen aus der Krise befreien. Bis 2025 baut die VW-Tochter 9500 Stellen an den deutschen Standorten ab, dafür sollen im Gegenzug bis zu 2000 Jobs in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung neu entstehen. Das sei das Ergebnis einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat, teilte das Unternehmen mit. Aktuell beschäftigt Audi 61 000 Mitarbeiter in Deutschland.
Der Stellenabbau solle ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen. Die Beschäftigungsgarantie für die verbleibenden Audi-Mitarbeiter in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm wird von 2025 bis Ende 2029 verlängert. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch sprach von einem Meilenstein: „Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind sicher!“
Das Unternehmen plant Einsparungen von sechs Milliarden Euro bis 2029. Der künftige Chef Markus Duesmann soll den Autobauer wieder profitabler machen, enger mit Porsche und VW zusammenarbeiten und bis 2025 auch 30 E-Modelle auf den Markt bringen.
Neben hausgemachten Problemen aus dem Dieselskandal leidet Audi auch unter der allgemeinen Schwäche der Autoindustrie. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verlangte, „dass der Stellenabbau tatsächlich sozialverträglich ohne Entlassungen verläuft“. Die CSU macht die Grünen für den Abbau mitverantwortlich. „Das ständige Auto-Bashing ist ein echter Job-Killer“, twitterte Generalsekretär Markus Blume. Es gefährde Stellen, mit „Verboten zu jonglieren und unsere Leitindustrie schlechtzureden“. mm