Heftige Kritik am Rentensystem

von Redaktion

OECD-Studie sieht Tragfähigkeit in Gefahr – Risiken für Frauen

Berlin – Obwohl es vielen Senioren hierzulande finanziell recht gut geht, schneidet Deutschland im Renten-Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) teils schlecht ab. Was die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen betrifft, ist die Bundesrepublik sogar Schlusslicht. In Deutschland ist die Rente bei Frauen über 65 heute im Schnitt um 46 Prozent niedriger als bei Männern. In den Niederlanden sind es 42, in Österreich 39, in Frankreich 33 und im OECD-Schnitt 25 Prozent.

Sorgen macht sich die OECD auch über die Absicherung vieler Selbstständiger mit geringem Einkommen – insbesondere von Menschen, die über Internetplattformen beschäftigt sind. Die Bundesrepublik sei eines der wenigen Länder, dass für diese Gruppe keine obligatorische Rentenversicherung hat. Wenn jemand aber ein hohes Armutsrisiko durch sogenannte atypische Beschäftigung habe, werde sich dies im Alter wahrscheinlich verstärken. Eine weitgehend einheitliche Rentenabsicherung für Arbeitnehmer, Beamte und Selbstständige, wie sie in vielen anderen OECD-Ländern existiere, könne zu einer besseren Rentenabdeckung bei gefährdeten Gruppen führen, heißt es in der Studie weiter.

Die Verfasser benennen zudem ein grundsätzliches Problem. Durch den Eintritt geburtenstarker Jahrgänge in die Rente werde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 64 Jahren sinken – um 21 Prozent bis 2050. Trotz der gestiegenen Beschäftigung von Älteren könne diese Entwicklung die Tragfähigkeit des deutschen Rentensystems beeinträchtigen. hor, dpa, afp

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