Gambella – Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wollen gemeinsam gegen ausbeuterische Arbeit weltweit vorgehen und notfalls deutsche Firmen per Gesetz zu fairer Produktion im Ausland verpflichten. Das sagten beide bei einem Besuch in Äthiopien am Sonntag.
Es gebe auch eine Verantwortung deutscher Unternehmen für nachhaltige Lieferketten, betonte Heil. Bislang sei dies lediglich auf freiwilliger Basis diskutiert worden. Aber er und Müller seien beide der Meinung, dass an Verantwortung letztendlich kein Weg vorbeigehe und die Regierung dafür im Zweifel gesetzgeberisch tätig werden müsse. Die Federführung bei dem Thema hat aber das Auswärtige Amt.
„Als Arbeitsminister weiß ich, für dauerhaften Frieden ist soziale Gerechtigkeit eine Grundlage“, sagte Heil. Die internationale Verantwortung, die Deutschland trage, dürfe sich nicht allein aufs Militärische beschränken. Müller fügte hinzu, Wertschöpfung müsse in den Ländern, wo produziert werde, selbst erfolgen. Als Beispiel nannte er die Kaffee-Produktion. Äthiopien sei Hauptexportland für Kaffee nach Deutschland – aber hier bekämen die Menschen nur 50 Cent pro Kilo, während es in deutschen Geschäften für acht Euro verkauft werde.