München – Nach der Preissenkung im DB-Fernverkehr soll es auch für Fahrgäste in Regionalzügen günstiger werden. Auch hier soll die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent an Fahrgäste weitergegeben werden. Als erstes Unternehmen kündigte dies die Bayerische Oberlandbahn gegenüber unserer Zeitung an: „Aller Voraussicht nach werden wir zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni die Mehrwertsteuersenkung auch bei den Preisen im Nahverkehr umsetzen können.“
Mit Hinweis auf gestiegene Betriebskosten waren die Tickets für Regionalzüge mit dem Fahrplanwechsel ab 15. Dezember zumeist um einige Prozent teurer geworden. Nun dürfte im Laufe des Jahres der Umkehrschwung erfolgen: Die Weitergabe der Steuersenkung an die Fahrgäste würde Tickets ab einer Entfernung von 50 Kilometern oder mehr billiger machen. Betroffen wären Strecken wie Weilheim–München, Mühldorf–München oder Ingolstadt–München. Für Fahrscheine unter 50 Kilometern gilt seit jeher der reduzierte Satz von sieben Prozent. Die Deutsche Bahn hatte die Ticketpreise für ICE, EC und IC infolge der Mehrwertsteuersenkung zum 1. Januar ermäßigt.
Die Verzögerung bei den Regionalzügen begründet der Eisenbahn-Tarifverband TBNE mit Abwicklungsproblemen. Betreiber von Regionalzügen wie DB Regio, Transdev, Benex und Netinera könnten die Preissenkung nicht allein beschließen, sondern müssten „eine Vielzahl von Vertragskonstellationen berücksichtigen“.
Pro Bahn verweist darauf, dass die meisten Bundesländer flächendeckend Verkehrsverbünde haben, wo die Fahrgäste günstiger fahren als im Streckentarif. „Bayern ist hier hintendran.“ dw