Berlin – Kurz vor dem Libyen-Gipfel in Berlin hat der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell einen Militäreinsatz der Europäischen Union in dem Bürgerkriegsland ins Gespräch gebracht. „Wenn es einen Waffenstillstand in Libyen gibt, dann muss die EU bereit sein, bei der Umsetzung und der Überwachung dieses Waffenstillstandes zu helfen – eventuell auch mit Soldaten“, sagte er dem „Spiegel“. Griechenland erklärte sich bereit, sich an so einem Einsatz zu beteiligen.
Am Sonntagnachmittag empfängt Angela Merkel im Kanzleramt Vertreter aus mehr als zehn Ländern, die Einfluss auf den Libyen-Konflikt haben. Unter anderen werden der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der russische Staatschef Wladimir Putin und US-Außenminister Mike Pompeo in Berlin erwartet. In dem nordafrikanischen Land tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg.
Borrell beklagte mangelnden Einfluss der EU in der Libyen-Frage. Zwar hätten Russland und die Türkei eine Waffenruhe für Libyen vorbereitet. „Das ist potenziell eine gute Nachricht für die Menschen in Libyen. Aber es ist nicht unbedingt eine Bestätigung von großem Einfluss der EU.“