Nürnberg/München – Bei den bisher größten Bauern-Demonstrationen haben Landwirte in ganz Deutschland gegen verschärfte Düngeregeln protestiert und mehr Respekt für ihre Arbeit verlangt. In Nürnberg kamen rund 5000 Bauern mit 2500 Traktoren zum Großprotest zusammen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte Verständnis für die Wut. „Überall gilt die Unschuldsvermutung, nur bei den Landwirten nicht“, rügte Söder.
Er hatte kurzfristig Termine verlegt, um zu den Bauern zu reden. Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rief den Demonstranten zu: „Ihr seid die Ernährer unseres Volkes, hier ist die Fachkompetenz. Ihr seid nicht die Grundwasserverseucher.“ Er forderte eine Aussetzung der geplanten Düngeverordnung, bis das zugrunde liegende Messstellennetz aussagekräftig genug sei.
Söder sprach sich gegen Hochrechnungen zur Ermittlung von Nitrateinträgen aus. „Solche Entscheidungen müssen aufgrund von Fakten getroffen werden“, sagte er. Er stellte den Bauern in Aussicht, die seit dem Bienen-Volksbegehren von der Bewirtschaftung freizuhaltenden Gewässerrandstreifen neu zu kartieren. Gemeindetagspräsident Uwe Brandl (CSU) verlangte indes von Söder, dem Trinkwasserschutz Vorrang vor Bauerninteressen zu geben. „Landwirtschaftliche Düngung belastet zunehmend unser Grundwasser“, sagte Brandl. „Die Bevölkerung erwartet, dass nur noch so viel gedüngt wird, wie die Pflanzen und Böden tatsächlich aufnehmen können.“ dpa/mm