S-Bahn: Miserable Pünktlichkeit

von Redaktion

Ministerium stuft Jahresbilanz als „äußerst unbefriedigend“ ein

München – Die Pünktlichkeit der Münchner S-Bahn hat sich im vergangenen Jahr „äußerst unbefriedigend“ entwickelt. Zu diesem Schluss kommt das bayerische Verkehrsministerium bei einer Bewertung der Gesamtleistung für das Jahr 2019. Die Pünktlichkeit des Jahres 2019 lag bei 93,8 Prozent – ein relativ schlechter Wert, auf dem die S-Bahn schon 2018 verharrt hatte. 93,8 Prozent heißt: Fast jeder zehnte Zug der S-Bahn war sechs Minuten oder mehr verspätet. Komplett ausfallende Züge werden dabei gar nicht mitgezählt. Die S-Bahn erklärte, die Werte seien „für uns nicht zufriedenstellend“, sie seien aber „ein Spiegel des Bahnbetriebs in einer hochdynamisch wachsenden Millionenstadt“. Das Verkehrssystem habe „die Grenzen seiner Kapazität längst erreicht“.

Die Monatswerte schwanken in der Aufstellung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) leicht. Den Tiefststand gab es im Dezember mit 92,4 Prozent Pünktlichkeit, den Höchstwert im August (96,3 Prozent) – da allerdings war die S-Bahn an allen vier Wochenenden ohnehin baubedingt lahm gelegt. Die S-Bahn hatte in zurückliegenden Jahren bereits deutlich bessere Pünktlichkeitswerte erzielt. So lag 2017 die Gesamtpünktlichkeit bei 96,4 Prozent.

Zusätzlich rügt die BEG, die Teil des Verkehrsministeriums ist, die zahlreichen Ausfälle bei den Taktverstärkern auf einzelnen Linien wie S8, S3 und S2. Die Ausfallquote schnellte im August auf 8,5 Prozent, im Oktober waren es noch 6 Prozent. Ursachen waren ein Mangel an Zügen durch verkürzte Wartungsintervalle und eine Baustelle im S-Bahn-Werk. Mittlerweile sind diese Probleme behoben. dw

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