Berlin – Nach dem Eklat rund um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen hat sich der FDP-Vorstand mit großer Mehrheit hinter den Vorsitzenden Christian Lindner gestellt. 33 von 36 Anwesenden stimmten in einer Sondersitzung für ihn, es gab eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen. Lindner räumte Fehler ein und bereitete die Partei auf schwierige Gespräche mit den Wählern vor.
In Thüringen war am Mittwoch der FDP-Politiker Thomas Kemmerich im dritten Wahlgang angetreten und zum Ministerpräsidenten gewählt worden – auch mit Stimmen der AfD. Er kündigte inzwischen zwar seinen Rücktritt an, hat diesen aber aus formellen Gründen noch nicht vollzogen.
Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer forderte Grüne und SPD auf, die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten mit der Nominierung eines Kompromisskandidaten statt des bisherigen Amtsinhabers Bodo Ramelow (Linke) zu ermöglichen. Beide Parteien lehnten dies umgehend ab.