Berlin/Teneriffa – Vor einem Treffen von europäischen Gesundheitsministern in Rom zum Coronavirus hat sich die Lage in mehreren Ländern zugespitzt. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa ist nach zwei bestätigten Sars-CoV-2-Fällen ein großes Hotel praktisch unter Quarantäne gestellt worden. Rund 1000 Touristen sitzen laut spanischem Fernsehen fest. Das Auswärtige Amt in Berlin geht davon aus, „dass auch deutsche Staatsangehörige betroffen“ sind.
Ein 69-jähriger Arzt aus der Lombardei und seine Frau, die dort Urlaub gemacht hatten, waren positiv auf das Virus getestet worden. Sie liegen jetzt isoliert in einer Klinik.
Auch in Innsbruck wurde gestern ein Hotel gesperrt, nachdem eine italienische Mitarbeiterin positiv auf das Virus getestet wurde. Berichten zufolge sei die Gefahr, dass Gäste infiziert wurden, aber gering. Insgesamt meldete Österreich zwei Corona-Fälle, die Schweiz einen. Am späten Dienstagabend bestätigten auch Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen jeweils einen Infektionsfall.
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar H. Wieler, hält eine Abschottung ganzer Gemeinden wie in Italien in Deutschland für unmöglich. Zwar steige die Wahrscheinlichkeit, „dass wir auch zukünftig mehr Fälle in Deutschland sehen“. Das Gesundheitssystem müsse sich aber weiter anstrengen, Fälle früh zu identifizieren.
In Bayern ist ein Streit um die Informationspolitik der Staatsregierung entbrannt. Um Panik zu vermeiden, müsse die Regierung die Menschen besser aufklären, so die SPD. Europäische Fluglinien stoppen unterdessen Italien-Flüge. Reisesperren soll es nicht geben.