Berlin – Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat vor dem Hintergrund der Eskalation im Nordwesten Syriens ein verstärktes Engagement der Europäer in der Region gefordert. „Es war für mich immer klar, dass die Vereinbarung zwischen der Türkei und Russland keine dauerhaft tragfähige Lösung sein kann. Das zeigt sich immer deutlicher“, sagte die CDU-Politikerin.
Kramp-Karrenbauer hatte bereits im Oktober eine international kontrollierte Sicherheitszone im syrischen Grenzgebiet zur Türkei gefordert. Die Türkei hatte kurz vorher auf syrischem Gebiet eine Offensive gegen kurdische Milizen gestartet.
Um die Kämpfe in Syrien zu beenden und den daraus entstehenden Flüchtlingsstrom einzudämmen, hält Kramp-Karrenbauer auch Sanktionen gegen Russland für denkbar. Es gebe vielfältige, auch wirtschaftliche Beziehungen mit Russland, sagte sie den Sendern RTL und ntv. Im Ukraine-Konflikt habe man durch Sanktionen gezeigt, dass man Präsident Putin nicht alles durchgehen lasse. „Und das wäre die Frage, die sich aus meiner Sicht jetzt auch in Syrien stellt.“