München – Bayern greift in der Corona-Krise durch und will alle Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern verbieten. Spiele aller großen Fußballvereine müssen dann ohne Publikum ausgetragen werden. Das will das Kabinett nach Informationen unserer Zeitung heute Vormittag beschließen. Das Verbot gilt vorerst für vier Wochen.
Bisher hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) um Absagen lediglich gebeten. Eigentlich zuständig sind die Kommunen. Der Freistaat sieht aber eine Handhabe über das Landesrecht. „Wir werden Veranstaltungen mit über 1000 Gästen während der nächsten vier Wochen untersagen. Das gilt auch für die Spiele der Bundesliga“, teilten die Freien Wähler nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses am Abend in der Staatskanzlei mit. Unter 999 Teilnehmern soll es einen Kriterienkatalog geben, nach dem die Veranstalter selbst über Absagen entscheiden dürfen. Für die Schulen ändert sich vorerst nichts.
In der Bundesliga waren „Geisterspiele“ schon befürchtet worden. Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, sagte, am liebsten wolle man „den nächsten Spieltag mit Zuschauern spielen. Das ist aber leider nicht realistisch.“
Italien greift inzwischen zu noch drastischeren Maßnahmen: Die Regierung weitet die Sperrungen und die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus. Das sagte Premierminister Giuseppe Conte am späten Montagabend. Es gebe keine Zeit zu verlieren. Am Wochenende hatte die Regierung die Lombardei und andere Gegenden in Norditalien zu Sperrzonen erklärt. Aus ihnen hinaus und in sie hinein darf man nur mit triftigen Gründen. Die neue Regelung soll ab heute gelten. cd