Tegernsee will Ausflugssperre

von Redaktion

Bürgermeister klagen über hohe Belastung durch Freizeitgäste

Tegernsee – In einem Brandbrief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) fordern die Bürgermeister aus dem Tegernseer Tal, Sport und Spaziergänge im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen nur noch im Heimat-Landkreis zu erlauben. „Wir haben zur Kenntnis nehmen müssen, dass es erlaubt ist, dass Menschen aus dem Großraum München auf die Berge und damit auch an den See fahren dürfen. Wir hatten am Wochenende bereits einige bei uns“, schreibt Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) in Absprache mit seinen Amtskollegen.

Das sei nicht nur wegen der Ansteckungsgefahr ein Problem. Er wisse auch nicht, wer hinter den Münchnern den Dreck wegräumen solle, seine Bauhof-Mitarbeiter arbeiteten bereits im Notbetrieb. Auch die Bergretter würden an anderer Stelle gebraucht. Passend dazu fordern am Starnberger See Kreiswasserwacht und DLRG ein Betretungsverbot für Wassersportler, um Helfer nicht unnötig zu strapazieren.

Ilse Aigner, in deren Stimmkreis das Tegernseer Tal liegt, stärkte den Bürgermeistern den Rücken. „Natürlich soll es den Menschen weiterhin möglich sein, vor die Tür zu gehen. Das darf aber nicht so verstanden werden, mit dem Auto Ausflüge in andere Landkreise zu unternehmen und den gleichen Bewegungsradius wie vorher zu haben.“ Der Katastrophenstab der Staatsregierung will auf die Forderung der Bürgermeister nicht eingehen, erfuhr die dpa am Montagabend.

Trotz einer recht positiven Bilanz der Polizei nach den ersten Tagen mit Ausgangsbeschränkungen sagte Aigner mit Blick aufs Tegernseer Tal: „Offenbar können wir uns auf die Vernunft der Menschen nicht verlassen.“           gr

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