München – Angesichts der Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise schlagen die bayerischen Einzelhändler Alarm. In einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder und Oberbürgermeister Dieter Reiter bitten die fünf Münchner Traditionshäuser Bettenrid, Hirmer, Hugendubel, Kustermann und Sporthaus Schuster „bestimmt auch stellvertretend für viele andere Familienunternehmen“ um zusätzliche Unterstützung „in höchster Not“. Die Schließung ihrer Geschäfte sei „nach kurzer Zeit existenzbedrohend“.
„Wir erleben derzeit etwas, was wir uns nicht hätten vorstellen können“, heißt es in dem Schreiben. Unter anderem bitten die Autoren, das Kurzarbeitergeld im Einzelhandel vorübergehend um 20 Prozentpunkte auf dann 80 Prozent aufzustocken. Viele Mitarbeiter seien Alleinversorger ihrer Angehörigen. Zugleich verlangen die Unterzeichner, dass sich staatliche Bürgschaften auf 100 Prozent der zum Überleben benötigten Überbrückungskredite erstrecken sollten. Auch eine sofortige Stundung der Zahlungen an die Finanzbehörden sei nötig. Schließlich heißt es: „Denken Sie auch an die Zeit nach den angeordneten Geschäftsschließungen. Wir werden Konjunkturprogramme benötigen, damit die Menschen so schnell wie möglich wieder konsumieren.“
In der Staatskanzlei wollte man das Schreiben gestern nicht bewerten. Viele angesprochene Punkte seien Bundesangelegenheiten, sagte ein Sprecher. Da trifft es sich gut, dass nach Informationen unserer Zeitung kommende Woche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) an der bayerischen Kabinettssitzung teilnimmt. mik