Berlin/München – Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Wissenschaftler untersuchen lassen, wie bestimmte staatliche Maßnahmen das Tempo der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland beeinflussen würden. In dem Arbeitspapier wird unter anderem vorgeschlagen, nach dem Vorbild Südkoreas mit massiv ausgeweiteten Tests und dem Einsatz von Handy-Ortung eine stärkere Trennung von Menschen, die bereits infiziert wurden, und solchen, die sich noch nicht angesteckt haben, zu erreichen. Außerdem wirbt das Innenministerium als Konsequenz aus den Berechnungen und Überlegungen für noch strengere Einreisebeschränkungen und -vorschriften.
Die Wissenschaftler spielen Medienberichten zufolge ein Szenario durch, in dem vom 6. April an 50 000 Tests pro Tag möglich sind, vom 13. April an 100 000 und Ende April dann 200 000. Die bisherige Methode nach dem Motto „Wir testen, um die Lage zu bestätigen“ müsse abgelöst werden durch den Ansatz „Wir testen, um vor die Lage zu kommen“.
Auf dem Weg zu einer schrittweisen Normalisierung des öffentlichen Lebens will Österreich in absehbarer Zeit zudem massiv auf Antikörpertests setzen. Damit soll in zwei bis drei Wochen untersucht werden können, wer bereits immun gegen das Virus ist. Außerdem setzt Wien auf eine App, mit der anonym Bewegungsprofile von Corona-Infizierten und mögliche Kontakte nachverfolgt werden können.
Unterdessen veröffentlichte Bayern seinen Bußgeldkatalog bei Verstößen gegen die Ausgangssperre. Wer ohne triftigen Grund seine Wohnung verlässt, muss demnach 150 Euro zahlen.