München – Bund und Länder wollen kurzfristig keine Mundschutz-Pflicht erlassen. Ein möglicher Maskenzwang könne zu übermäßiger Sorglosigkeit führen, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus einer internen Runde zitiert. Eine Maske sei schon nach einer halben Stunde so durchfeuchtet, dass sie selbst zur Virenschleuder werde, sagte Merkel laut „Bild“-Zeitung. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte nach einer Absprache der Länderchefs mit Merkel, man sei sich hier einig gewesen. Zwar seien Masken natürlich für jeden Einzelnen geeignet, um sich gegen die Ausbreitung des Virus zu präparieren, eine Pflicht solle aber nicht ausgerufen werden.
Bundesweit werden die Ausgangsbeschränkungen bis 19. April verlängert. Für Bayern war das bereits beschlossen worden. Am 14. April – dem Dienstag nach Ostern – wollen die Länder erneut über die Lage beraten. Eine Verlängerung der Osterferien gilt als Option.
Bayern verschärft zudem die Regeln für Pflegeheime – hier häufen sich Todesfälle. Zum Schutz von Alten, Kranken und Behinderten sollen sie vorerst keine neuen Bewohner mehr aufnehmen. „Neuaufnahmen sollen reduziert oder ausgeschlossen werden“, sagte Söder. Notfalls sollen Kapazitäten der Reha-Kliniken genutzt werden. Hier gebe es viele freie Plätze. Söder ordnete auch „nahezu vollständige und mehrmalige Tests“ in Heimen an.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kündigte eine drastisch erhöhte Masken-Produktion im Freistaat an. Bayern habe binnen zehn Tagen als erster Standort eine Zertifizierung für eine „Corona-Pandemie-Atemschutzmaske“ erreicht. mmä/cd