Bildungsarmut verschärft

von Redaktion

Pädagogin: Digitaler Schub schafft Opfer

Wien – Der mit der Corona-Krise verbundene Digitalisierungsschub und das „Homelearning“ im Schulunterricht verschärfen aus Sicht der Religionspädagogin Karin Peter das Problem der Bildungsarmut. Lehrpersonen und Schüler arbeiteten nun über Online-Plattformen, Videokonferenzen, Mails und Chats; „in unfassbar kurzer Zeit“ habe sich vieles am normalen Schulbetrieb verändert, schreibt die Mitarbeiterin am Wiener Institut für Praktische Theologie in ihrem Blog „theocare.network“. Dabei würden viele abgehängt, denen die Voraussetzungen für diese Art des Lernens fehlten. Diesen benachteiligten Schülern müsse sich die Bildungspolitik künftig verstärkt widmen.

Peter verwies auf das Problem „vererbter Bildungsarmut“. Entscheidend für den Schulerfolg seien weniger die Talente und Fähigkeiten der Schüler als vielmehr Bildungsferne oder -nähe des Elternhauses. Die Umstellung auf den digitalen Lernbetrieb „zeigt und verschärft diesen Zusammenhang“, so die Pädagogin.

Fehlende technische Grundausstattung mit Computer oder Laptop stelle ein „sehr reales, aber vielleicht noch gar nicht das größte Problem“ dar. Je länger die Homeschooling-Situation andauere, desto nötiger sei die Entwicklung institutionalisierter Unterstützungsmodelle, so die Expertin.

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