Vogtareuth – Bezüglich der Familientragödie in Vogtareuth, bei der eine Bundespolizistin (36) am Freitagfrüh zunächst ihre beiden Töchter, zehn und zwölf Jahre alt, erschossen hat und sich anschließend selbst das Leben nahm (wir berichteten), hat sich der Tatablauf bestätigt. Sachverständige des Instituts für Rechtsmedizin sowie des Bayerischen Landeskriminalamts kamen wie die Rosenheimer Ermittler zu dem Schluss, dass die 36-jährige Ramona F. am Freitagmorgen gegen 4.40 Uhr ihre beiden Töchter mit ihrer Dienstwaffe erschoss und anschließend die Waffe gegen sich selbst richtete.
Der Ehemann, gleichzeitig Vater der Mädchen, befand sich nach Angaben der Polizei zum Tatzeitpunkt im Haus in Vogtareuth. Er hatte die Leichen entdeckt und die Rettungskräfte verständigt. „Die bisherigen Ermittlungen und Spurensicherungsmaßnahmen erbrachten keine Hinweise auf eine Beteiligung des Ehemannes“, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums mit.
Als Hintergrund für die Familientragödie werden seitens der Ermittler persönliche Probleme der 36-Jährigen angenommen. In diesem Zusammenhang ermittelt die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim nun auch im privaten und beruflichen Umfeld der Frau und führt nach eigenen Angaben entsprechende Befragungen durch.
Ob die Bundespolizistin ihre Waffe im Widerspruch zu den Dienstvorschriften zu Hause aufbewahrte, war gestern nicht mit Sicherheit zu klären. Vom Polizeipräsidium Süd beispielsweise war zu erfahren, dass es nicht unüblich sei, dass Polizeibeamte ihre Waffe zu Hause aufbewahrten. Die Bundespolizei wollte sich nicht dazu äußern und verwies auf die Staatsanwaltschaft, die gestern bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen war. re/we