München/Berlin – Nach dem starken Anstieg der Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen betrachtet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Ausbreitung des Virus nunmehr als beherrschbar. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen gehe zurück, zudem gesundeten mehr Menschen, als sich ansteckten, sagte Spahn am Freitag in Berlin. „Deutschland steht im internationalen Vergleich gut da.“
Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sprach von „wirklich guten Zwischenergebnissen“. Die Ansteckungsrate sei auf 0,7 gesunken. „Das heißt, dass inzwischen im Durchschnitt, nicht mehr jede Person, die infiziert ist, eine andere Person ansteckt“, sagte Wieler.
Spahn, der als Vertrauter des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet gilt, wollte seine Äußerung nicht als Kritik an Markus Söder (CSU) verstanden wissen, der die Corona-Maßnahmen in Bayern vorsichtiger lockert als andere Länder. „Wir haben den dynamischen Ausbruch Mitte März nur durch die Vollbremsung des öffentlichen Lebens in den Griff bekommen. Das ist ein gemeinsamer Erfolg“, sagte Spahn unserer Zeitung. „Um das Erreichte zu sichern, kann es eine Rückkehr in den Alltag nur in kleinen Schritten geben. Das sehe ich genauso wie Markus Söder.“
Derweil verschärfen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ihr Vorgehen: Als erste Bundesländer beschlossen sie eine Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr sowie (im Freistaat) für Geschäfte. Zugleich erlaubt Sachsen aber als erstes Land ab Montag wieder Gottesdienste, Taufen und Trauerfeiern – allerdings nur mit bis zu 15 Besuchern.