Hilfspaket für Afrika

von Redaktion

Entwicklungsminister warnt vor Staatszerfall

Berlin – Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) plädiert dafür, die Weltgesundheitsorganisation WHO zu einer Art Weltpandemiezentrum auszubauen und zudem Afrika in der Corona-Krise zu unterstützen. Diese Pandemie sei nicht die letzte und sie berge für einige afrikanische Länder die Gefahr des Staatszerfalls, warnte der CSU-Politiker am Samstag im Deutschlandfunk.

Müller verwies auf Äthiopien, das mehr Einwohner als Deutschland habe, aber nur 100 Intensivbetten. In manchen Regionen Afrikas wie dem Sahel erwüchsen aus der Pandemie „Spannungen, Unruhen, Hunger“, die die Staaten gefährdeten.

Die Europäische Union rief Müller auf, in der Corona-Krise in Afrika und Nahost mit 50 Milliarden Euro zu helfen. Die Europäische Investitionsbank könnte Wirtschaftskredite auflegen und die EU sollte Stabilisierungskredite und Nothilfen bereitstellen, so Müller. Zur Finanzierung denkt er auch an eine Finanztransaktionssteuer.

Weil die USA die Finanzierung der WHO einstellen, regte Müller an, die Organisation stärker staatlich zu finanzieren und von Spenden unabhängiger zu machen. Sie sei die richtige Organisation, um Gesundheitsgefahren schnell zu erkennen und um Impfkampagnen und Medikamentenbeschaffung zu koordinieren.  dpa

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