München – Jede dritte Wirtschaft und jedes dritte Hotel sind in der Corona-Krise offenbar akut von der Pleite bedroht. Rund 70 000 Hotel- und Gastronomie-Betriebe stünden vor der Insolvenz, warnte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Sonntag. Allen Betrieben gingen bis Ende April rund 10 Milliarden Euro Umsatz verloren.
Die Bundesregierung stellte besonders betroffenen Betreibern finanzielle Unterstützung in Aussicht. Zugleich setzt im Bund und in Bayern eine Debatte über Lockerungen ein.
CSU-Chef Markus Söder stellte sich klar hinter eine Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte: „Natürlich schauen wir genau, ob und wo wir gezielt weitere Hilfen benötigen.“ Die FDP forderte, mit speziellen Hygieneregeln und Zugangslimits sollten Lokale wenigstens teilweise wieder öffnen dürfen.
In Bayern legten die Freien Wähler am Sonntag einen Forderungskatalog für einen schnelleren Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen vor. Gaststätten sollten schrittweise öffnen dürfen, „beginnend noch im Mai“. Zwei Meter Mindestabstand zwischen den Tischen, eine Mundschutzpflicht für Angestellte und eine Öffnung nur bis 20 Uhr sind Teile des FW-Konzepts, das mit dem Koalitionspartner CSU nicht abgestimmt war. Dort fiel die Reaktion kühl aus.
Zudem fordern die Freien Wähler eine Maskenpflicht. Man könne solche Masken auch selber nähen, betonte FW-Chef Hubert Aiwanger am Wochenende. Im Konzept seiner Partei steht zudem, es würden auch Tücher oder Schals aus dichter Baumwolle erlaubt. cd