Bonn/Penzberg – In Deutschland könnten sich nach Ergebnissen der sogenannten Heinsberg-Studie mittlerweile möglicherweise 1,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Dies ergebe eine Schätzung auf der Grundlage einer Modellrechnung, teilte die Universität Bonn mit. Die Forscher um den Virologen Hendrik Streeck zogen für ihre Schätzung die Dunkelziffer der Infizierten in der untersuchten Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg und die dort errechnete Sterblichkeitsrate bei einer Corona-Infektion heran. Daraus errechneten sie eine theoretische Zahl für ganz Deutschland.
Damit rückt auch die Frage in den Mittelpunkt, wie einzelne Bürger kontrollieren können, ob sie womöglich unwissentlich infiziert waren. Der Pharmariese Roche will noch im Mai rund drei Millionen Antikörpertests an Gesundheitseinrichtungen in Deutschland ausliefern. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind für die Folgemonate Auslieferungen von jeweils fünf Millionen Tests vereinbart. „Der neue Test ist eine wichtige neue Wegmarke im Kampf gegen das Virus“, sagte Spahn gestern in Penzberg.