München – Nach wochenlangen Verboten lockert Bayern die Anti-Corona-Maßnahmen deutlich, aber vorsichtiger als andere Länder. Ab Montag dürfen wieder alle Geschäfte öffnen, noch vor Pfingsten auch Gaststätten und Hotels. Spielplätze öffnen sofort, Kindergärten und Schulen mit einem komplizierten Stufenmodell. Der Besuch enger Familienangehöriger wird erlaubt, unter Auflagen auch wieder in Heimen.
Momentan gebe es in Bayern 6400 Infizierte – Genesene und Tote sind herausgerechnet –, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung. Das Gesundheitssystem, medizinisch und beim Nachverfolgen von Infektionsketten, sei für eine zweite Welle gerüstet, „für alle Eventualitäten der Welt. Jetzt ist Corona unter Kontrolle.“ Söder warb dennoch für ein Vorgehen in langsamen Schritten. Bei verschlechterten Zahlen könnten Lockerungen regional zurückgenommen werden.
Die Mundschutzpflicht in Läden und im öffentlichen Nahverkehr bleibt. Gelockert werden aber die Regeln zum Sport. „Kontaktfreier Individualsport mit Abstand“ soll ab 11. Mai möglich sein, beschloss das Kabinett, namentlich Leichtathletik, Golf, Tennis, Segeln und Reiten. Ab Montag dürfen Zoos, botanische Gärten, Museen, Bibliotheken, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten öffnen. Für Theater gibt es noch kein Konzept.
Über den Start der Fußball-Bundesliga soll heute bei politischen Gesprächen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin beraten werden. Ab 15. Mai, spätestens eine Woche später, soll der Ligabetrieb mit Geisterspielen zu Ende geführt werden. cd