München – Nach den Absagen des Oktoberfests und des Frühlingsfests will die Stadt München den Schaustellern mit einer außergewöhnlichen Idee helfen: Fahr- und Spielgeschäfte könnten schon ab Mitte Juli dezentral über das gesamte Stadtgebiet verteilt öffnen. Das sieht ein neues Konzept des Referats für Arbeit und Wirtschaft vor. Der Feriensenat der Stadt soll sich morgen damit beschäftigen.
Die Branche leidet besonders unter der aktuellen Corona-Pandemie. „Wir sind schon seit Monaten ohne Einnahmen und ein Ende ist nicht abzusehen“, sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbunds (DSB), Albert Ritter, zuletzt. Die letzten Einnahmen stammten in der Regel aus dem Weihnachtsgeschäft. Ritter warnte, dass viele Betriebe die Krise ohne staatliche Hilfe wohl nicht überleben werden.
Die Stadt München hofft, einen doppelt positiven Effekt zu erzielen. „Ziel ist es, den Schaustellern zu helfen und die einzelnen Stadtviertel im Sommer zu beleben“, sagt Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). Da sich nicht alles auf die üblichen Zentren, etwa Marienplatz oder Theresienwiese, konzentriert, könnten wenig frequentierte Plätze aufgewertet werden – auch die örtliche Gastronomie könnte profitieren. Im Konzept heißt es, auch eine Rotation von Geschäften sei möglich. Ob die Idee auch Geisterbahnen oder Riesenräder umfasst, ist aber unklar.
Zwar hat Bayern die strikten Corona-Schutzmaßnahmen zuletzt in Teilen gelockert. Das Verbot von Großveranstaltungen gilt aber weiter bis mindestens 31. August. Das Oktoberfest, das am 19. September gestartet wäre, wurde vorsorglich abgesagt. ska