Berlin – Begleitet von Protesten von Klimaschützern ist am Samstag das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln IV ans Netz gegangen. Insgesamt waren zehn Demonstrationen am Kraftwerk geplant, die ersten blieben laut Polizei friedlich. Bereits am frühen Morgen projizierte Greenpeace das Bild eines An- und Ausschalters auf den 180 Meter hohen Kühlturm des Kraftwerks und den Satz „Klimakrise – Made in Germany“. Der Betreiber Uniper verweist hingegen darauf, dass Datteln IV „eines der modernsten Kohlekraftwerke“ sei.
Greenpeace-Energieexpertin Lisa Göldner kritisierte, Uniper nehme eine „gigantische CO2-Schleuder“ in Betrieb. Knapp 82 Prozent des Stroms aus dem Kraftwerk verkaufe Uniper über langfristige Abnahmeverträge an die Deutsche Bahn und RWE. Da die Verträge zum Teil bereits 15 Jahre alt seien, seien die vereinbarten Festpreise für den Strom deutlich höher als heute marktüblich. Das Kraftwerk werde deshalb mit hoher Auslastung laufen.
Die Polizei Recklinghausen war mit einem Großaufgebot vor Ort. Das Kohlekraftwerk gilt seit Monaten als neues Symbol des Widerstands von Klimaaktivisten gegen die Kohleverstromung. Auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock warf der Bundesregierung „energiepolitisches Versagen“ vor. afp