Appell an Ausflügler im Oberland

von Redaktion

Wanderer und Radler sollen mehr Rücksicht auf Natur nehmen

München – Bürgermeister und Almbauern aus dem Oberland richten die dringende Bitte an die Tagesausflügler, mehr Rücksicht auf die Natur und die Einheimischen zu nehmen. Die Zahl der Besucher sei in den vergangenen Wochen enorm gestiegen – mit zum Teil schwerwiegenden Folgen. Der Bürgermeister von Kreuth (Kreis Miesbach), Josef Bierschneider (CSU), berichtet von völlig überfüllten Parkplätzen, zugeparkten Rettungswegen, vermüllter Landschaft und zertretenen Almwiesen. Auch beim Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern häuft sich die Zahl der Beschwerden. Seit der Lockerung der Corona-Beschränkungen kämen immer mehr Menschen in die Berge, die sich wohl aus Unkenntnis falsch verhielten, sagte Geschäftsführer Hans Stöckl unserer Zeitung. Er berichtete sogar von Mountainbikern, die nachts über Almwiesen ins Tal abfahren. Dabei werde Weidevieh so erschreckt, dass es zu fluchtartigen Ausreißversuchen und Verletzungen komme. Hier müssten die Ausflügler besser aufgeklärt werden.

Der Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, Elisabeth Koch, reicht das nicht. „Es ist für uns, die wir hier wohnen, nicht mehr erträglich“, sagte die CSU-Politikerin. In der Marktgemeinde wird es nun ein Nachtcampingverbot an der Maximilianshöhe geben. Auch am Parkplatz am Olympia-Skistadion müsse sich dringend etwas ändern. Dort parkten sich Autofahrer so zu, dass niemand mehr wegkönne. Bürgermeister Bierschneider appelliert an Tagesgäste, sich ein neues Ziel zu suchen, wenn Parkplätze überfüllt seien. Da müsse man seine Bedürfnisse auch mal zurücknehmen. cm

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