Stuttgart – Nach der Randale-Nacht von Stuttgart hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) harte Strafen für die Täter gefordert. 400 bis 500 meist junge Menschen hatten in der Nacht zum Sonntag Geschäfte beschädigt und teilweise geplündert. Gestern wurden sieben weitere Haftbefehle beantragt. Ein 16-Jähriger muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten.
Warum es zu der völlig unerwarteten Eruption von Gewalt kam, ist noch unklar. Ein politisches Motiv scheidet wohl aus, womöglich waren Langeweile und Frust die Auslöser. Politiker aller Parteien verurteilten die Ausschreitungen als inakzeptabel. In Baden-Württemberg soll morgen in einer Sondersitzung mit der politischen Aufarbeitung begonnen werden. Die Polizei brachte ein Alkoholverbot und eine verschärfte Sperrstunde für Teile Stuttgarts ins Gespräch.
Peter Schall, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft GdP in Bayern, beklagte gegenüber unserer Zeitung das Phänomen, dass sich zunehmend Unbeteiligte in Einsätze einmischen und sich gegen die Polizei solidarisieren würden. Offenbar fühlten sich immer mehr Menschen abgehängt.