München – Corona verändert offensichtlich auch die Art, wie wir uns fortbewegen. Während die Straßen in München schon wieder voll sind, hat die Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel erst 60 Prozent des Normalniveaus erreicht. Dies belegen aktuelle Statistiken. TomTom, ein Spezialist für Navigationssysteme, hat ermittelt, dass nach Inkrafttreten der Corona-Maßnahmen Mitte März das Stau-Niveau in der Landeshauptstadt über mehrere Wochen hinweg drastisch auf unter 50 Prozent des Wertes aus dem Jahr 2019 sank.
Mittlerweile bewegt sich der Berufsverkehr laut TomTom aber wieder annähernd auf Normalniveau. Außerhalb der Stoßzeiten zwischen 10 und 15 Uhr wird sogar ein höheres Stau-Niveau als üblich verzeichnet. Experte Ralf-Peter Schäfer sagt: „Das scheint unsere Vermutung zu stützen, dass Menschen in der ersten Phase nach den Lockerungen den ÖPNV meiden und vermehrt das Auto nutzen.“
Darauf deuten auch die Zahlen von Bahn und Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hin. Die S-Bahn meldet derzeit ein Aufkommen zwischen 50 und 60 Prozent der üblichen Fahrgastzahlen, die MVG von 60 Prozent des Normalniveaus vor Corona. Zur Hochphase der Ausgangsbeschränkungen waren es sogar nur 20 Prozent, Mitte Mai 40 Prozent.
In Deutschland wird am Wochenende die erste große Reisewelle des Sommers erwartet. In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein starten die Sommerferien. Der ADAC warnt vor teils langen Staus auf den Autobahnen, vor allem den klassischen Urlauberrouten A3, A7, A8 und A9.