Starnberg/Passau – Im Freistaat gibt es lokal neue Ausbrüche des Coronavirus. Für den Landkreis Starnberg ist es die größte Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie: In der Flüchtlingsunterkunft Hechendorf wurden 16 Personen positiv auf Sars-CoV2 getestet. Zehn der Infizierten arbeiten für ein Catering-Unternehmen im Landkreis, das vorsorglich geschlossen wurde. Alle 100 Mitarbeiter müssen nun getestet werden, nur knapp ein Drittel davon wohnt im Landkreis Starnberg. Auch Passau meldet mehrere Neuinfektionen: Bis zum Wochenende wurden sieben neue Corona-Fälle bestätigt. Alle Betroffenen arbeiten im Bischöflichen Ordinariat.
Nach dem massiven Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh ist die Zahl der Infizierten auch in der übrigen Bevölkerung deutlich gestiegen. In den vergangenen sieben Tagen bis Freitag wurden 75 Menschen positiv getestet, die keinen Bezug zu dem Unternehmen haben. Das waren 28 mehr als in der Vorwoche. Grund für den Anstieg sei wohl vor allem die Ausweitung der Tests, viele der Infizierten zeigten aber keine Symptome, erklärte die Behörde.
Wie weit sich das Virus unbemerkt in der Bevölkerung ausgebreitet hat, will Bayern mit einer „Corona-Testoffensive“ herausfinden. Der Freistaat hat angekündigt, die Kosten für flächendeckende Tests auf eine akute Infektion übernehmen zu wollen, falls sie die Kassen nicht zahlen. „Allen Bürgern wird zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Arzt auch ohne Symptome testen zu lassen“, bekräftigte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Bayern ist das erste Bundesland, das Tests für jedermann vorsieht.