Berlin – Der Militärische Abschirmdienst (MAD) sieht eine „neue Dimension“ beim Problem des Rechtsextremismus in der Bundeswehr. Das sagte der Präsident der Behörde, Christof Gramm, in Berlin bei einer öffentlichen Anhörung des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Nachrichtendienste. Die Verdachtsfälle von Rechtsextremisten und sogenannten Reichsbürgern seien auf mehr als 600 angestiegen.
Über einen besonders brisanten Fall von Rechtsextremismus berichtete am Montag der „Spiegel“. Demnach hat der MAD bei einem Reservisten detaillierte Informationen über 17 Politiker und Prominente gefunden, darunter Handynummern und Privatadressen. Gegen den Unteroffizier aus Niedersachsen wurde umgehend ein Uniformtrage- und Dienstverbot verhängt. Die Ermittler stufen den Mann laut „Spiegel“ als eindeutig rechtsextrem ein. Der MAD kam ihm demnach auf die Spur, weil er sich an zwei rechtsextremen Chatgruppen beteiligt hatte.