München – Airbus setzt in der Corona-Krise auf einen eisernen Sparkurs. 15 000 Stellen sollen weltweit wegfallen, 5100 davon in Deutschland, weil die Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen weltweit eingebrochen ist (wir berichteten). Obwohl es in Bayern keinen Standort für diese Flugzeuge gibt, ist der Freistaat massiv betroffen. Denn große Teile der Zulieferindustrie sind vor allem in Südbayern angesiedelt.
Bei Premium Aerotec (Augsburg) werden nach bisherigen Sparmaßnahmen weitere Stellen wegfallen, und auch in Donauwörth wird der Bau von Flugzeugtüren zurückgefahren. Welche Auswirkungen externe Zulieferer zu bewältigen haben, steht noch gar nicht fest. Zu nennen sind unter anderem der Flugmotorenbauer MTU und der Airbus-Zulieferer RUAG in Oberpfaffenhofen. Dazu kommen zahlreiche kleine und mittlere Betriebe in der Lieferkette.
Die offiziell genannten 5100 gestrichenen Stellen sind nach Einschätzung der Gewerkschaften nur ein Teil der Wahrheit. Die IG Metall geht von 6000 Jobs aus, weil sie bereits früher beschlossene Sparmaßnahmen bei Premium Aerotec einrechnet. Dabei geht es um 900 wegfallende Stellen. Noch weiter geht Thomas Pretzl, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Airbus Defence and Space. Er kommt auf knapp 7000 abgebaute Arbeitsplätze. Denn auch in dieser Sparte wurde bereits früher die Streichung von 930 Stellen angekündigt. Dieser zusätzliche Personalabbau betrifft vor allem Bayern. Airbus-Chef Guillaume Faury plädiert für eine längere Phase der Kurzarbeit, um Arbeitsplätze erhalten. Er spricht von bis zu 1500 Stellen, die so gerettet werden können. afp/mp