Erste Erkenntnisse durch RKI-Studie

von Redaktion

Ergebnisse legen Zusammenhang zwischen Festen und Corona nahe

Rosenheim/Bad Feilnbach – Vermutet hatte man es schon seit Anfang der Krise, die Ergebnisse einer Studie des Robert- Koch-Instituts im Landkreis Tirschenreuth aber bestärken den Verdacht: Große Feste und Ski-Tourismus dürften die Ausbreitung des Corona-Virus verhängnisvoll beschleunigt haben. Unter den Befragten in Tirschenreuth war jeder Dritte in Österreich oder Italien Skifahren oder hatte ein Bierfest besucht. Eine ähnliche Studie hat das RKI in Bad Feilnbach durchgeführt (wir berichteten), Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.

Wie in Tirschenreuth werden in Rosenheim und Bad Feilnbach Großereignisse als Beschleuniger beargwöhnt. Stadt und Veranstalter hatten sich gegen den Rat des Gesundheitsamts am 4. März entschieden, das Starkbierfest am 6. März zu starten. Das Fest war dann zwar abgebrochen worden, in den Wochen darauf erwischte die Pandemie die Region so hart wie sonst kaum ein Gebiet in Deutschland.

Dass das Starkbierfest eine fatale Rolle gespielt habe, verweist Stadt-Sprecher Thomas Bugl ins Reich der Hypothese. Der Stadt lägen keine belastbaren Ergebnisse dazu vor, dazu müsste man eine Studie analog zu Tirschenreuth und Bad Feilnbach durchführen.

In Bad Feilnbach wartet man gespannt auf die Resultate. Bürgermeister Anton Wallner rechnet frühestens Mitte August, „aber eigentlich eher Ende August“ damit. Auch in seiner Gemeinde war eine Großveranstaltung in Verdacht geraten: das Alpen-Brass-Festival Ende Februar, Anfang März.

Wallner bestätigt, dass das RKI Probanden nach dem Festival befragte. „Wir warten bis August, dann sind wir ein ganzes Stück schlauer“, sagte Wallner. Ein gutes Ergebnis gibt es schon: Unter den über 2000 Getesteten war nicht einer akut an Covid-19 erkrankt. dpa/we

Artikel 4 von 11