Mallorca schließt Ballermann

von Redaktion

Scharfe Kritik an Corona-Partys – Minister: „Asoziale Touristen“

Palma – Die wilden Partys Hunderter Touristen ohne Schutzmaske und Sicherheitsabstand haben auf Mallorca ein einschneidendes Nachspiel: Erstmals werden auf der spanischen Insel mitten im Sommer alle Vergnügungslokale im Herzstück des vor allem von deutschen Touristen besuchten „Ballermanns“ an der Playa de Palma zwangsgeschlossen.

Die berüchtigte „Bier-“ und „Schinkenstraße“ werden ab sofort und vorerst für zwei Monate trockengelegt. Auch Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich von Palma sei von den Zwangsschließungen betroffen, teilte die Regionalregierung mit.

Deutsche und Briten hatten am Wochenende für „Chaos“ gesorgt, wie die Inselzeitung „Última Hora“ titelte. Angetrunkene Männer und Frauen ohne Masken hatten unter anderem im dichten Gedränge Straßenhändler umarmt, geflirtet, gegrölt. Die Empörung war groß. Auch in Deutschland: So sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird.“

Der balearische Tourismusminister Iago Negueruela verband die Bekanntgabe mit schärfster Kritik: „Wir wollen diese asozialen Touristen hier nicht haben. Sie sollen nicht kommen“, rief der sozialistische Politiker. Negueruela warnte, man werde nicht zögern, die Maßnahmen wenn nötig auch auf andere Gebiete der Insel auszuweiten. „Die Gesundheit geht vor. Und ohne Gesundheit gibt es auch keine Wirtschaft.“ 200 000 Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel. Kritisiert wurden nicht nur die Gäste, sondern auch Lokalbesitzer, die nicht für Ordnung sorgten.

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