Berlin/München – Reiserückkehrer bringen vermehrt das Coronavirus nach Deutschland zurück. So sind 184 der 1259 Infizierten, die seit Mitte Juni in Baden-Württemberg registriert wurden, Rückreisende – laut Sozialministerium in Stuttgart vor allem aus Balkanstaaten wie Serbien (59 Fälle) und dem Kosovo (28 Fälle), die als Risikogebiete gelten. Das Sozialministerium in München konnte für Bayern keine Zahlen nennen.
Bisher müssen Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, 14 Tage in häusliche Quarantäne, kontrolliert wird das aber kaum. Deshalb wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern heute eine Testpflicht für diese Personengruppe an Flughäfen beschließen. Ob das rechtlich geht, ist zwar offen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) kündigte aber an, die Pflicht könne an Hauptstadt-Airports ab nächster Woche gelten. In den Testzentren, die die Staatsregierung in bayerischen Flughäfen plant, sollen Tests kostenlos und freiwillig angeboten werden.
Wie es aus der CSU-Fraktion heißt, prüft die Staatsregierung zudem die Einrichtung von Teststationen an den Straßengrenzen. Hintergrund seien Rückkehrer aus der Türkei, Rumänien, Bulgarien und vom Balkan, die potenziell das Virus zurückbrächten. Auch Rückkehrer aus vermeintlich sicheren Staaten wie Spanien infizieren sich. So wurde gestern der Fall einer vierköpfigen Familie aus Cottbus bekannt, die nach ihrem Mallorca-Urlaub positiv getestet wurde. Auch in einem Schweizer Jugendlager mit 100 Teilnehmern hat sich das Virus ausgebreitet.
Derweil hat die Zahl der Infizierten in Bayern die Marke von 50 000 überschritten.