München – Wegen steigender Corona-Zahlen weltweit und in Deutschland verschärft die Politik den Kampf gegen neue Infektionen. An zahlreichen deutschen Flughäfen, darunter München und Nürnberg, haben am Wochenende kostenfreie Tests begonnen, um Masseninfektionen durch Urlaubs-Rückkehrer zu verhindern.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) prüft inzwischen „auch eine rechtliche Verpflichtung“ für solche Tests, äußerte sich aber zurückhaltend, ob das vor Gerichten haltbar sein würde. Das Robert-Koch-Institut nannte die Zahlen der vergangenen Tage „sehr beunruhigend“.
In Niederbayern wurde ein Massenausbruch unter Erntehelfern bemerkt. In Mamming infizierten sich mindestens 174 Helfer mit dem Coronavirus. Der Betrieb wurde vom Landkreis Dingolfing-Landau unter Quarantäne gestellt, keiner der 480 Mitarbeiter darf das Gelände verlassen, die Arbeit wurde eingestellt. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kündigte in Dingolfing Reihentests an. „Ziel ist es, die Ausbreitung lokal zu begrenzen, um möglichst weitere einschränkende Maßnahmen für die Bevölkerung zu vermeiden.“ Die Opposition verlangte schärfere Kontrollen in Lebensmittel- und Erntebetrieben.
Wegen steigender Corona-Fallzahlen in Teilen Spaniens verschärft Großbritannien seine Einreiseregeln wieder: Tausende Briten müssen nach dem Spanien-Urlaub in zweiwöchige Quarantäne – darunter sogar der britische Verkehrsminister. Auch im österreichischen Tourismusort St. Wolfgang schnellten die Infektionen nach oben. Man fürchte ein zweites Ischgl, heißt es in Bayern. mm