Bonn – Es war eine Vollbremsung, als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am 10. März die Kliniken aufforderte, alle planbaren Behandlungen und Operationen aufzuschieben. Seit Mai bewegen sich die 1900 Krankenhäuser in Deutschland aber schrittweise wieder Richtung Normalbetrieb. Sie öffnen sich wieder für die Versorgung anderer Patienten und fahren die Zahl der für Corona-Infizierte reservierten Intensivbetten herunter.
Allerdings hat Corona Spuren bei den Kliniken hinterlassen und die zuvor schon angespannte finanzielle Situation deutlich verschärft. Fast sechs von zehn Kliniken (57 Prozent) rechnen für 2020 mit einem Defizit, im vergangenen Jahr schrieben noch 32 Prozent rote Zahlen. Besonders betroffen sind dabei die großen Häuser mit über 1000 Betten: In dieser Gruppe rechnen sogar 72 Prozent mit Verlusten im laufenden Geschäftsjahr. Das jedenfalls sind die Ergebnisse der am Montag in München veröffentlichten „Krankenhausstudie 2020“ der Unternehmensberatung Roland Berger. Dafür haben die Autoren Klinikmanager der 600 größten Krankenhäuser befragt.
Hauptgrund ist die rückläufige Auslastung während der Pandemie-Hochphase. Hier sank die Belegung der Intensivstationen großer Krankenhäuser um 27 Prozent, auf Normalstationen sogar um 37 Prozent.