900 positive Tests verschlampt

von Redaktion

Chaos an Bayerns Autobahnen: Ministerin Huml räumt Fehler ein

München – Das Test-Chaos bei den Urlaubs-Heimkehrern hat enorme Ausmaße angenommen. Drei Viertel der 60 000 Corona-Tests an den Autobahnen A 3, A 8 und A 93 sind über viele Tage hinweg liegen geblieben. Darunter sind 900 positive Tests – die Infizierten erfahren wohl erst heute davon. Nach erheblichem medialen Druck räumte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwochnachmittag das Ausmaß der Panne ein, die das ganze Bundesgebiet betrifft. Ministerpräsident Markus Söder sagte seinen für heute geplanten Besuch an der Nordsee ab.

„Das ärgert mich massiv“, sagte Huml in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. „Da gibt es nichts schönzureden.“ Sie habe erst am Morgen von dieser Dimension erfahren. Berichte von Reisenden, die vergeblich auf ihre Ergebnisse warten, häufen sich aber seit Tagen. Huml hatte zu Wochenbeginn noch abgewiegelt.

Schuld sind die Abläufe an den Ende Juli eilig hochgezogenen Testzentren in Grenznähe. Die Helfer dort – anfangs Ehrenamtliche vom Roten Kreuz, erst jetzt Mitarbeiter einer Firma – wurden von der Zahl der Tests überrollt. Die Erfassungsbögen wurden handschriftlich und mitunter schwer leserlich ausgefüllt, nun können die Labore die Ergebnisse nur mühsam den Reisenden zuordnen.

Wo die Infizierten urlaubten, ist unbekannt. Vermutet wird aufgrund von Hochrechnungen ein sehr hoher Anteil an Rückkehrern vom Balkan. Hier explodieren die Zahlen vor allem bei Rückreisenden aus dem Kosovo. Geschätzt wird, dass von den Reisenden 60 Prozent durch Bayern in andere Bundesländer weiterfuhren. cd

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