Berlin – In Deutschland gibt es derzeit keinen starken Anstieg bei den Corona-Infektionen mehr – in anderen Ländern Europas sieht das anders aus. Nach dem seit Mitte Juli beobachteten Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen sei die Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche leicht gesunken, hieß es im Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI). „Die aktuelle Entwicklung ist positiv, muss aber weiter sorgfältig beobachtet werden“, heißt es im Tagesbericht. Insbesondere gelte es zu verhindern, dass wie zu Beginn der Pandemie wieder vermehrt ältere und besonders gefährdete Gruppen erkranken. Die Gesundheitsämter in Deutschland hatten am Mittwochabend 1311 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet.
In Bayern gab es laut RKI in den vergangenen sieben Tagen 1816 neue Infektionsfälle – das entspricht 13,9 pro 100 000 Einwohner. Damit gibt es in Bayern deutlich mehr neue Fälle als in anderen Bundesländern – NRW kommt derzeit nur auf neun pro 100 000. Mecklenburg-Vorpommern ist mit zehn Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen fast Corona-frei.
In anderen EU-Ländern ist die Lage deutlich ernster: Tschechien (elf Millionen Einwohner) verzeichnete einen Rekord an Corona-Neuinfektionen: Binnen 24 Stunden kamen 650 Fälle hinzu – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Auch in anderen Ländern wie Frankreich und Spanien werden gerade deutlich mehr Neuinfektionen erfasst. Allein Katalonien meldete gestern 1589 Neuinfektionen. Experten führen dies darauf zurück, dass weder die Früherkennung noch die Nachverfolgung von Fällen funktionieren.