München – Die Pläne für den Personalabbau am Flughafen München werden konkret. Die Flughafen München GmbH (FMG) bestätigte gestern Gespräche der Geschäftsführung mit dem Betriebsrat über „eine Anpassung der Personalsituation in allen Funktionen und Ebenen“. Neben altersbedingten Ausscheidens der Mitarbeiter setze die FMG auf Vorruhestandsregelungen, Freiwilligenprogramme mit Abfindungen und Teilzeitregelungen sowie auf Fortsetzung der Kurzarbeit. Der Stellenabbau werde sich „über die nächsten Jahre erstrecken“ und sozialverträglich sein, hieß es. Kündigungen soll es nicht geben.
Angaben, wie viele der etwa 10 000 Mitarbeiter gehen müssen, machte die FMG nicht. Unsere Zeitung hatte bereits im Juli über die Pläne zum Jobabbau berichtet, etwa jede fünfte Stelle dürfte wackeln. Besonders betroffen ist die größte Tochter der FMG, die Aeroground mit 2400 Mitarbeitern. Dort sind die Flugzeugabfertiger angesiedelt.
Die „Durststrecke“ im Luftverkehr werde „mehrere Jahre“ dauern, sagte FMG-Chef Jost Lammers. Vor 2025, so heißt es, werde das Niveau der Vor-Corona-Zeit nicht erreicht. Von München aus werden zwar wieder über 100 Ziele angeflogen, doch die Passagierzahl ist sehr niedrig. Sie liegt bei knapp 30 000 täglich, nur ein Fünftel des Vorjahresniveaus. Im ganzen Jahr 2020 würden nur 16 Millionen Fluggäste befördert – 2019 waren es 48 Millionen. Der Betriebsrat der FMG kritisierte die Ankündigungen. „Der Arbeitgeber hat uns noch nichts Konkretes präsentiert.“ Am Wichtigsten sei es, die Kurzarbeit bis Ende 2021 oder März 2022 zu verlängern. „Das ermöglicht, länger durchzuhalten.“ dw