Corona-Schutzmasken: Erste Verurteilungen nach Mega-Betrug

von Redaktion

Staatsanwaltschaft Traunstein lobt internationale Zusammenarbeit

Traunstein – Einen Riesenbetrug mit nicht existenten Corona- Schutzmasken deckten Staatsanwaltschaft und Kripo Traunstein im April auf (wir berichteten). Nun wurden die Täter dingfest gemacht. Zwei von ihnen wurden in den Niederlanden wegen Geldwäsche zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei der mutmaßlichen Hinterleute wurden in Nigeria festgenommen.

Der Betrugsfall ereignete sich im April, als alle Welt händeringend nach Schutzausrüstung fahndete. Im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen wurde ein Geschäftsmann tätig. Er sollte für 15 Millionen Euro Schutzmasken kaufen. Bald schien er einen Anbieter gefunden zu haben. Seine vorgeblichen Geschäftspartner verlangten von ihm einen Vorschuss von 1,5 Millionen Euro auf ein irisches Konto. Der Unternehmer zahlte und fuhr mit einem Tross von 52 Lastwagen in die Niederlande. Dort jedoch wartete keine Lieferung auf ihn. Angeblich sei sein Vorschuss nicht angekommen. Er müsse nun nochmals 880 000 Euro auf ein niederländisches Konto einzahlen, wurde ihm beschieden. Als wieder keine Waren kamen, liefen Ermittlungen in Irland, den Niederlanden, Nigeria und Deutschland an. Weil der Unternehmer die Geschäfte von der Region Rosenheim aus abgeschlossen hatte, übernahm die Staatsanwaltschaft Traunstein mit ihrer Gruppe für grenzüberschreitende Nachforschungen die Ermittlungen. Mit Erfolg: 2,1 Millionen Euro wurden sichergestellt, zumindest einige der Täter konnten festgenommen werden. Oberstaatsanwalt Martin Freudling lobte die Kollegen: „Wie die internationale Zusammenarbeit lief, das war schon besonders.“

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