Mehr Gewalt gegen Lehrer

von Redaktion

Neue Schulstudie – Bayerische Lehrerchefin attackiert Merz

München – Beleidigungen, Drohungen oder sogar Schläge gegen Lehrer nehmen einer Umfrage unter Schulleitern zufolge zu. Jede dritte Schulleitung (34 Prozent) in Deutschland gab demnach an, dass es in den vergangenen fünf Jahren an ihrer Einrichtung zu Fällen kam, in denen Lehrer körperlich angegriffen wurden.

Ein überraschendes Ergebnis zeigt sich beim Blick auf die Schultypen: Körperliche Angriffe werden am häufigsten von Grundschulen gemeldet. Dort berichteten 40 Prozent der Schulleitungen von Vorfällen in den vergangenen fünf Jahren. „Jüngere Kinder können ihre Emotionen noch nicht so gut kontrollieren“, sagt Udo Beckmann, der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, der die Umfrage in Auftrag gegeben hat. Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagt, Hass und Aggressivität gegen Lehrkräfte seien „eindeutig“ zu einem großen Problem geworden. Das reiche von Youtube-Videos mit illegal aufgenommenen Unterrichtsmitschnitten bis hin zu Lehrerhetze in WhatsApp-Gruppen ganzer Klassen. Viele Eltern verstünden sich zudem als Anwälte ihrer Kinder und deckten deren Verhalten.

Simone Fleischmann, die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, sieht noch einen ganz anderen Grund, warum Lehrer einen schweren Stand haben. Es sei eine Frechheit, sagt sie, wie sich Friedrich Merz zuletzt geäußert habe. Der CDU-Politiker hatte erklärt, dass in Zeiten von Corona zu viele Lehrer ohne triftigen Grund zu Hause blieben. „Ein hochrangiger Politiker darf sich nicht so respektlos gegenüber Lehrern äußern“, sagt sie, „zumal nicht stimmt, was er sagt.“  sts/dpa

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