München/Berlin – Die Industrie hat vor einem kompletten Herunterfahren der Wirtschaft gewarnt. Der neue Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, sagte, es gebe keine Evidenz dafür, dass in Industrieunternehmen Hotspots entstünden. Falls die Produktion in der Industrie für vier Wochen ganz heruntergefahren würde, dauere es weitere vier Wochen, um sie wieder hochzufahren. Dies hätte schwere Folgen für die Wirtschaft.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte zuvor gefordert, die Wirtschaft stillzulegen. Die SPD ruft hingegen nach einer Pflicht zum Homeoffice, um zumindest Büros zu schließen. Vor dem Homeoffice-Gipfel mit Arbeitgebern und Gewerkschaften heute in München sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), man müsse „alle Potenziale ausnutzen – es muss sich was bewegen“. Er deutete weitere staatliche Anreize für Arbeitnehmer im Daheim-Büro an.
Bertram Brossardt, Chef der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), sagte unserer Zeitung, dass Büros zwar keine Pandemietreiber seien – dennoch bat er an die bayerischen Unternehmen, zu prüfen, „wie viel Luft nach oben beim Thema Homeoffice ist“. Er warnte aber davor, Arbeitgeber zu verpflichten. dpa/cd/kab