Lockdown bis Ostern droht

von Redaktion

Kanzlerin kündigt „harte Wochen“ an – Söder: Sorge vor Mutation

München – Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet mit einer Verlängerung vieler Lockdown-Maßnahmen bis Ostern, sollte sich die Corona-Mutation B117 in Deutschland durchsetzen. „Wenn wir nicht schaffen, das britische Virus abzuhalten, haben wir bis Ostern eine zehnfache Inzidenz“, sagte sie nach Informationen unserer Zeitung in einer internen Runde.

Merkels Sorge: Die britische Mutation ist zwar nicht tödlicher als das im Rest Europas dominante Virus, aber viel ansteckender. Sie warnte anhand des Beispiels Irland, dass eine schnelle Lockerung zu einer Vervielfachung der Fallzahlen führe. Dann gelte: „Wir brauchen noch acht bis zehn Wochen harte Maßnahmen.“

Die bisherigen Maßnahmen gelten bis 31. Januar. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte, die mutierte Virus-Variante sei die „große Unbekannte“ in allen Rechnungen. Bayern werde die Analyse der Proben („Sequenzierung“) verstärken und selbst vornehmen. „Es ist ein Wettlauf mit der Zeit.“ Man müsse die Mutation „extrem ernst nehmen“. Jenseits von B117 sprach Söder von einer „verhalten positiven Tendenz – der Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken“. Die Infektionszahlen sind zuletzt spürbar gesunken. Allerdings ist gestern eine weitere Mutation in Deutschland nachgewiesen worden: Eine Familie aus Baden-Württemberg hat sich in Südafrika mit der Variante B.1.351 angesteckt.

In der Wirtschaft wächst die Kritik an einer zu schleppenden Auszahlung der versprochenen Staatshilfen. Wirtschaftsverbände und die Opposition bemängelten die Regelungen – sie seien zu „kompliziert“ und zu „bürokratisch“. cd

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