Brunnthal/Rosenheim – Ein 42- jähriger Fahrer eines niederländischen Gefahrgut-Tankzuges parkte in der Nacht zum Freitag auf dem Parkplatz Aying um zu übernachten. Zuvor hatte er sein Gefahrgut – ein Odorierungsmittel, welches als Sicherungszusatz geruchslosem Gas beigemischt wird und diesem dann den typischen Gasgeruch verleiht – in Italien entladen und war auf der Rückfahrt in die Niederlande. Der Tankwagen war leer, aber ungereinigt. Das Gefahrgut ist leicht entzündlich und umweltgefährdend.
In den frühen Morgenstunden meldeten dann mehrere Bürger erheblichen Gasgeruch im Bereich der Autobahn. Als Ursache konnte der Gefahrgut-Lkw ausgemacht werden, woraufhin der Parkplatz gesperrt und der Gefahrgut-Trupp des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd alarmiert wurde.
Im Armaturenschrank des Tanksattelanhängers stellten die Beamten erhöhte Messwerte fest. Wie die Polizei in einer Pressemeldung mitteilt, sind beim Entleeren des Tanks vermutlich geringe Mengen des Gefahrguts im Armaturenschrank zurückgeblieben. Das könnte die Ursache für den intensiven Gasgeruch sein. Denn bei diesem Gefahrgut reichen geringste Mengen im Milliliterbereich aus, um den Geruch über mehrere Kilometer zu verbreiten.
Eine spezielle Entsorgungsfirma säuberte den Schrank. Das kontaminierte Wasser wurde aufgefangen und entsorgt. Gegen den Fahrer wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet, für welches er eine erhebliche Sicherheitsleistung hinterlegen musste. In den Niederlanden muss der Beförderer eine außerordentliche Tankprüfung durchführen lassen, falls er wieder Gefahrgut mit diesem Tank transportieren möchte. Während des Einsatzes gingen bei Polizei und Feuerwehr immer wieder besorgte Mitteilungen ein – auch aus bis zu sechs Kilometer entfernten Orten.