Schulen unterlaufen Ferien-Verbot

von Redaktion

Ärger um gestrichene Faschingswoche – Ministerium alarmiert

München – Als Ersatz für die ausgefallenen Faschingsferien wollen viele Schulen in Bayern in dieser Woche einen Gang zurückschalten. Weniger oder gar keinen neuen Stoff, weniger Distanzunterricht, Unterrichtsschluss auch mal eine Stunde früher – manche Schulen wollen diese Woche in eine Art Bummelstreik treten.

Unserer Redaktion liegen etliche Beispiele vor, wobei die Ankündigung zumeist mündlich, in Einzelfällen aber auch schriftlich erging. Die Begründung ist stets: Eltern, Lehrer und Schüler hätten sich Erholung verdient. Die Stadt München hat für Faschingsdienstag den Unterrichtsschluss auf 12 Uhr festgelegt. Das bayerische Kultusministerium ist alarmiert: Hinweisen darauf, dass kein entsprechendes Unterrichtsangebot aufrecht erhalten wird, werde die Schulaufsicht nachgehen, teilte ein Sprecher unserer Zeitung mit.

Um die Faschingsferien hatte es einen wochenlangen Streit gegeben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Michael Piazolo (FW) hatten die Streichung am Dreikönigstag verkündet. Begründung: So könne versäumter Unterricht nachgeholt werden. Dagegen hatte es Petitionen mit tausenden Unterschriften gegeben. Auch SPD und Grüne plädierten für eine Beibehaltung der Ferien. „Ich finde es richtig, wenn es eine Woche langsamer angegangen wird“, sagte Grünen-Schulpolitiker Max Deisenhofer. Die Lehrergewerkschaft GEW rief die Lehrer dazu auf, Unterricht während der „Ferien“ als angeordnete Mehrarbeit dem Ministerium in Rechnung zu stellen. dw

Artikel 10 von 11