München – Die S-Bahn-Stammstrecke ist in diesem Jahr gleich an 18 Wochenenden ganz oder teilweise gesperrt. Das ergibt sich aus dem Baustellen-Fahrplan, den die Bahn veröffentlicht hat. Die Einzelhändler in der Münchner Innenstadt sprechen von einer „Hiobsbotschaft“. Kunden aus dem Münchner Umland könnten im Fall von Geschäfts-Öffnungen bei einer Beruhigung der Corona-Lage nur mehr schwer die Fußgängerzone erreichen, sagte Wolfgang Fischer vom Einzelhändler-Verein „CityPartner München“. Die Zeit nach den Öffnungen sei „überlebenswichtig“, die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln spiele eine wichtige Rolle.
Begründet wird die bisher nie da gewesene Zahl an Sperrungen seitens der Bahn vor allem mit Bauarbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke. Unter anderem wird eine unweit der Station Hirschgarten montierte, 92 Meter lange und 1300 Tonnen schwere Stabbogenbrücke über die Gleise geschoben.
Das erste Sperr-Wochenende beginnt am Freitag, 5. März, ab 22.30 Uhr. Danach gibt es mit nur wenigen Unterbrechungen bis Ende August weitere 15 Wochenenden, an denen die S-Bahn nur sehr eingeschränkt fährt. Lediglich die Züge der S6 und S7 sind normal unterwegs, die meisten anderen Linien enden in Pasing und am Ostbahnhof. An zwei weiteren Wochenenden im Mai und Oktober ist die Stammstrecke für Instandsetzungsarbeiten ganz gesperrt. Die Bahn weist darauf hin, dass es im vergangenen Jahr sechs Instandhaltungs-Wochenenden gab. „Aber keine Frage, natürlich sind das gravierende Einschränkungen für unsere Fahrgäste.“ dw